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Systemisch lernen

Learning by Doing
 
Weiterbildungen sind in der Regel systematisch aufgebaut. Man beginnt "unwissend". Wissende (Referenten, Dozenten, Lehrer) geben Unwissenden sukzessive von dem, was sie wissen. Allmählich füllen sich die Köpfe der Unwissenden. Am Ende der Weiterbildung sind aus Unwissenden Wissende geworden und bereit, ihr neues Wissen in der Praxis anzuwenden.
 
Solche Vorstellungen sind aus systemischer Sicht überholt.
 
Wissen besteht nicht aus Daten, die im Kopf abrufbar bereit liegen wie auf einer Computerfestplatte. Man kann Gehirne nicht mit Informationen füttern. Lernen ist reine Eigenleistung und "Lehren" ist genau genommen nicht möglich. Informationen sind nicht schon da, sondern entstehen mit dem kreativen Lernen. Lehrende können die Wahrscheinlichkeit ihres Erfolgs steigern, wenn sie
  • ihr Wissen so interessant wie möglich darlegen und damit zu Neugier und Lernbereitschaft einladen,
  • wenn es ihnen gelingt, ihre Seminare mit Beispielen aus der Praxis und mit Humor und Heiterkeit anzureichern,
  • wenn sie es schaffen, die Lernenden für das Entwickeln eigener Ideen zu begeistern.

Die Teilnehmenden der sys-TEM Seminare sind eingeladen, nach diesen Ideen zu lernen. Für die Seminarpraxis bedeutet das konkret:

  • Die Seminare sind Workshops im Sinne des Wortes. Die Teilnehmenden werden nicht mit Fertiggerichten "gefüttert", sondern sie entwickeln selbst aus bereitgestellten und mitgebrachten "Zutaten" systemisches Know-how. Sie lernen, systemische Anwendungen selber zu entwerfen.

  • Die Teilnehmenden und Dozenten der Seminare werden gemeinsam zu Forschern und Herstellern systemischer Theorien und Handlungsanwendungen.

  • Die Teilnehmenden und Dozenten der Seminare "spielen" mit verschiedenen und unterschiedlichen Ideen und Philosophien und "erfinden" daraus ihre eigenen Kompetenzen für die Praxis.

In den Seminaren und Workshops werden zwar thematische Schwerpunkte (Coaching, Beratung, Change-Management, Konfliktmanagement, Therapie etc. pp.) "behandelt", aber sie machen nicht den eigentlichen Sinn des Lernens aus. Wir lernen nicht, wie man "richtig" coacht, "richtig" berät oder "richtig" therapiert, sondern wie wir eine gewinnbringende Beziehung zu unseren Coachees, Trainees, Klienten, Medianten usw. begünstigen. Wir lernen, mit den Ratnehmenden interaktiv Lösungen zu erfinden, die den Bedingungen der Menschen, die unsere Beratung in Anspruch nehmen, optimal entspricht.

In der Praxis ist jedes Beratungsgespräch die Konstruktion eines noch nie dagewesenen Settings. Zwar gibt es spezifische Techniken und Methoden, aber mit denen allein lässt sich ein Beratungsprozess nicht gestalten. Die eigendliche "Kunst dieses Handwerks" liegt darin, "Fingerspitzengefühl" für die richtigen Fragen und Worte zur rechten Zeit zu entwickeln.

Systemische Beratung greift auf "Implizites Wissen" zurück. Michael Polanyi (1)  unterscheidet die Begriffe  "Implizites Wissen" und "Explizites Wissen". Implizites Wissen (tacit knowledge) ist Erfahrungswissen. Es äußert sich in der Regel nicht über die explizite Artikulation, sondern über das anschauliche Darstellen, es wird gezeigt. "Explizites Wissen" (knowledge) bezeichnet Kenntnisse und Fähigkeiten, die erlernt und artikuliert werden können. Implizites Wissen bezieht sich auf Können, auf das intuitiv zugegriffen wird. Wer als Kind oder Jugendlicher Tischtennis gespielt hat, wird im Alter ein "Gespür" für Ball und Schläger haben, auch wenn er Jahrzehnte nicht an der Tischtennisplatte stand. Er wird nicht erklären können, wie dieses Gespür "funktioniert". Es ist einfach da. Der Psychologe Gerd Gigerenzer (2) bringt Implizites Wissen mit Bauchgefühl, Intuition und Ahnung in Beziehung .


(1) vgl.: Polanyi, Michael: Implizites Wissen. Frankfurt, 1985. Zur Thematik "Implizites Wissen" finden sich in der systemischen Literatur sehr anschauliche Hinweise bei Helmut Willke. Vgl. Willke, Helmut: Systemisches Wissensmanagement, Stuttgart 2001
(2) vgl. Gigerenzer, Gerd: Bauchentscheidungen, München 2007

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